Lehre + Forschung:

Lehre:

Unsere Vorlesung an der HCU Hamburg (Link: www.hcu-hamburg.de) ist praxisnah und ganzheitlich angelegt. Sie befasst sich grundsätzlich mit aller erhaltenswerten Bausubstanz. Dazu gehören selbstverständlich auch denkmalgeschützte Gebäude. Es werden an Hand von Praxisbeispielen die Grundlagen und Strategien der Gebäudesanierung vermittelt. Hierzu gehört ein theoretischer Teil und ein praktischer Teil. Der theoretische Teil befasst sich mit der grundlegenden Baukonstruktion von Jahrhundertwende- und 20-30er-Jahre-Gebäuden „von der Gründung bis zum Dach“. Zusätzlich werden häufige Mängel und Schäden erläutert. Anhand von Praxisbeispielen erarbeiten wir mögliche Energieeinsparungen an denkmalgeschützten Gebäuden. Der zweite Teil besteht aus Baustellenbesichtigungen (deshalb ist die Teilnehmerzahl begrenzt). Dort finden die Vorlesungen i.d.R. vor Ort statt. Die in den Vorsemestern i.d.R. getrennt vermittelten Lehrinhalte, wie z.B. Baukonstruktion und Statik, Bauphysik, Bauchemie, Bauökonomie etc., fließen in diesem Seminar zusammen und werden parallel/gleichzeitig abgefordert. Zur Prüfungsleistung gehört die Erarbeitung eines Sanierungskonzepts.

Hier finden Sie das Vorlesungsverzeichnis.

Forschung:

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  1. Innovativer Dämmstoff + gleichzeitige Fassadenverankerung
    Zurzeit ist es Stand der Technik standsicherheitsgefährdete Fassaden mittels Sanierungsankern zu “vernadeln“. Dieser Prozess ist teuer und sehr invasiv. Momentan forschen wir zusammen mit der Industrie an einem Produkt, welches beiden Eigenschaften (Dämmung und Fassadenverankerung) kombiniert. Die ZiE (Zustimmung im Einzelfall) für diesen Baustoff wurde bereits in 45 Fällen erteilt. Dei Baugenehmigungen liegen vor. Ab Juli 2015 werden ca. 14.000 m² zweischalige Fassade mit dieser Methode saniert werden.
     
  2. Standsicherheit von zweischaligem Mauerwerk mittels Sanierungsankern
    Bei standsicherheitsgefährdetem, zweischaligem Mauerwerk ist diese Methode Stand der Technik. Problematisch wird diese bewährte Methode dann, wenn ein Ziegelverbund (zwischen den Steinen) nicht mehr gewährleistet ist (Sandfuge). Zusammen mit einem großen Sanierungsanker-Hersteller wurden am Objekt Proben mit speziell für diesen Fall gekröpften Sanierungsankern in Kombination mit Spiralankern und Epoxidharz beprobt. Die Standsicherheit lässt sich über den Verbund der Ziegel mittels Spiralanker nachweisen.
     
  3. Bekämpfung von Algen und Pilzen an Fassaden und im Innenbereich
    Algen- und Pilzbefall im Innen- und Außenbereich stellen die Bauwirtschaft vor große, bisher nicht gänzlich lösbare Probleme. Ein niederländischer Hersteller forscht mittels Nanotechnologie an diesem Problem. Die Produkte weisen keine umweltbelastenden Bestandteile auf. Bisher fehlen für den deutschen Raum bauaufsichtliche Zulassungen. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller und einem Produktlieferant werden wir in Zukunft einige Versuchsreihen starten.
     
  4. Reversible Dämmstoffe
    In der Presse ist es allgegenwärtig: Was tun wir in 5-10 Jahren mit den eingepackten Fassaden? Ist es möglich diesen Sondermüll wieder von den Fassaden zu lösen? Bisher nicht. Wir untersuchen zusammen mit dem Technischen Büro Schreiber reversible Dämmfassaden. Sollten die Versuchsreihen erfolgreich sein, ist das ein großer Schritt für „grüne Baustoffindustrie“. Die Grundidee entstand im Übrigen nicht aus Entsorgungsüberlegungen, sondern die Beweggründe waren der Denkmalschutz! Ist es möglich nach heutigem Stand der Technik denkmalgeschützte Fassaden „einzupacken“ und sie in 10-20 Jahren wieder zu befreien ohne die Bausubstanz zerstört zu haben? Wir forschen an der Lösung.
     
  5. Sanierung von Gründerzeit-Balkone
    Im Laufe der nächsten Jahre werden alle Gründerzeit-Balkone saniert sein. Leider sieht man das an der Masse der Schmuckfassaden auch schmerzhaft an. Die Geländer, nebst Befestigung, sind meistens optisch eine Katastrophe und die Tragkonstruktionen lassen den verängstigten Statiker „durchblicken“. Wir haben in Zusammenarbeit mit einem großen Statikerbüro eine innovative Lösung gefunden, welche den optischen Ansprüchen des Denkmalschutzes genauso gefallen wie den bautechnischen Regelwerken der heutigen Zeit. Gleichzeitig ist die Sanierung oftmals günstiger und vor allem dauerhafter als andere Varianten.